von Philipp (2009)

FĂŒnfzehn Caches entlang einer Innenstadt-Tour zu heben, kann Spass machen. Einen ordentlich knackigen 20km-Multi mit 1500 Höhenmeter, der einen den ganzen Tag beschĂ€ftigt (und auch die Tage danach), auch.

Oder man geht den Mittelweg: eine Gegend mit drei Caches, entlang einer gemĂŒtlichen Wanderrunde. So etwa zwischen Hebalm und Modriach, wo Felsenrast, Großofen und Steinerner Tisch eine Wanderung von 14km und knapp 500m Anstieg ergeben.

Der Weg zum Parkplatz des Hoiswirts beginnt schon einmal lustig. Das kann nicht sein, dass es keine einigermaßen geradlinige Verbindung dorthin gibt. Da fahren wir einfach nach Stainz, und von dort dann irgendwie Richtung Reinischkogel, und da gleich dahinter… das Tomtom kennt sich dort halt nicht soo gut aus. Nach einigen Diskussionen, Umwegen und EingestĂ€ndnissen (wobei, dafĂŒr hĂ€tt‘ ich ja was falsch machen mĂŒssen. Einen Weg gabs eh. Wenn der Peugeot das nicht schafft…) kommen wir hintenrum am Parkplatz an, und machen uns gleich auf den Weg zum nahe liegenden „Felsenrast“.

Das GPS zeigt zuerst konstant „20m geradeaus“, ungeachtet dessen, dass ich mich ebenso konstant den Hang hinauf quĂ€le, aber das geschulte Cacherauge entdeckt die Mun-Kiste ja doch 🙂

Leser könnten den Anschein bekommen, dass wir uns beim Cachen stĂ€ndig verlaufen, nicht auskennen und sowieso immer irgendwer oder -etwas an allem Schuld ist. Und genau so ist es auch. Die Papierkarte, die elektronische Topo und die Wirklichkeit sind eben schwer unter einen Hut zu bringen. Nix passt, und stĂ€ndig kreuzen wir irgendwelche neu aussehende Forststraßen, die so ĂŒberhaupt nicht zu den Karten passen wollen. Mal ganz abgesehen von den Wegmarkierungen. Wenn da welche sind (wenn!), dann sind sie falsch. „35“ ist nicht „38“. Eindeutig.

Aber Schwammerln gibts, wie nach Tschernobyl! Eierschwammerln (Pfifferlinge…), groß wie kleine Steinpilze, und Steinpilze, so groß wie große Steinpilze. Letztere leider von der feuchten Witterung und GewĂŒrm stark in Mitleidenschaft gezogen, aber die gelben Freunde liefern ein tolles Schwammerlragout. Mit Semmelknödel, mmmmmhhm. Aber ich schweife ab…

Der Großofen liegt eigentlich eh in Richtung des GelĂ€ndegradienten, also können wir ihn trotz BemĂŒhungen nicht verfehlen. Und was uns dort erwartet, ist genial! Auf der Wanderkarte ist am Gipfel, der unterhalb der Baumgrenze liegt, eine Leiter eingezeichnet. Ein Klettersteig? Im Wald? Sicher.
TatsĂ€chlich, zwischen riesigen Findlingen (wieso liegen die am Gipfel? Hmmm, Frage merken fĂŒr Mirax) fĂŒhrt eine Leiter 3m hoch in einen Hohlraum, von dort eine zweite, und plötzlich steht man ganz oben auf einem Felsen, ĂŒber den BĂ€umen, mit einer tollen Rundumaussicht ĂŒber die Koralm, Hebalm (man sieht den Bergsee) und im Nordosten ins Grazer Bergland! Ein einsames Panoramafernglas steht einbetoniert fast am höchsten Punkt (ohne MĂŒnzschlitz! Gratis!), mit dem sich das Köflacher Kraftwerk begutachten lĂ€sst.

Lalex am Grossofen

Die Dose selbst ist hartnÀckig, wohl auch, weil zwischen den Felsen der Empfang recht bescheiden ist, aber mit dem Hint ist auch das kein Problem.

Nach einer Jause marschieren wir weiter, diesmal auf beschrifteten Wegen, und es geht kaum mehr bergauf. GemĂŒtlich eben.

Bei den Headerkoordinaten zum Steinernen Tisch ist eine Zahl zu notieren, um die Finalkoordinaten zu bekommen. Die befinden sich nicht allzu weit, und in Anlehnung an den Cachetitel gibts dort eine kleine Gelegenheit zum Klettern. Man kann jedenfalls, aber man muss nicht. Mutig hĂ€nge ich mich also in die Drei-Meter-Wand und wurstle mich ohne technische Hilfsmittel nach oben, in der Hoffnung, von meiner geliebten Ehefrau dabei bewundert zu werden. Die sucht in der Zwischenzeit Schwammerln, Schwarzbeeren, oder sonst irgendwas, das keine direkte Sichtverbindung zur „Wand“ erfordert. Aber wie Arved Fuchs, Reinhold Messner und Richard Lugner nehme ich die Entbehrungen nicht des Lobes und der Bewunderung, sondern der inneren Befriedigung wegen in Kauf…

DafĂŒr darf ich dann aber auch die Dose finden, und tausche die Mundharmonika aus „Großofen“ gegen eine grausige, schwarze Spinne. Lalex wird ihre Unaufmerksamkeit noch bereuen 🙂

Der RĂŒckweg, beziehungsweise der Rest der Runde, wird dann ĂŒberraschend lang. Unterweg treffen wir auf ein kleines Rudel junger GĂ€msen, Hunger macht sich bemerkbar (nicht wegen der GĂ€msen), und das letzte Gasthaus vor der Endstation hat geschlossen. Gottseidank trĂ€gt der „Parkplatz beim Hoiswirt“ nicht umsonst den „Hoiswirt“ im Namen, und so werden wir von einer ordentlichen Brettljause vor dem Verhungern gerettet. Mit „ordentlich“ mein ich „wirklich ordentlich“. Zu zweit keine Chance!

So endet der Ausflug, mit drei Caches „im GepĂ€ck“, Muskelkaterchen am nĂ€chsten Tag und Material fĂŒr Schwammerlragout. Zum Nachhause fahren haben wir uns ĂŒbrigens auf das Tomtom verlassen…

Track der Wanderung zum Großofen

Geocaches zum Artikel (3)

Felsenrast (GCWJ8Q) (D2/T2,5)
Grossofen (GCG1VR) (D3/T3,5)
Steinener Tisch (GCW1E4) (D2/T3)


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