Von Zeit zu Zeit stoße ich in Zusammenhang mit der Bewertung von einzelnen Geocaches oder Cache-Ideen (etwa bei Power-Trails, T5er, Drive-Ins,…) auf Diskussionsbeträge, die den “ursprünglichen Gedanken hinter Geocaching” ins Feld führen. In den allermeisten Fällen wird damit eine gewisse Ablehnung einer Idee gegenüber ausgedrückt.
Was ist jetzt aber die “ursprüngliche Idee”? Mangels persönlichem Zugang zu Herrn Ulmer (der die erste Dose versteckt hat) muss das Netz bemüht werden. Auf Informationen zum gesamtheitlichen Konzept muss man leider verzichten, aber vielleicht hilft ja die Beschreibung des ersten “Stashes”, wie die Dosen mangels wohlklingenden Namens hießen.
Nach kurzer Stöberei wird man fündig: der erste Geocache (an den heute ein Denkmal erinnert) ist ein an einer Straßenböschung vergrabener(!) 20-Liter-Kübel, unter anderem befüllt mit einer Dose Bohnen (Lebensmittel!), Geld, einer Steinschleuder, unmittelbar an einer Straße (Drive-In!). Der Erstfinder tauscht unter anderem Zigaretten.
Ich persönlich habe noch keinen geocache-tauglichen Kübel gesehen (der eine, den ich gefunden habe, war denkbar ungeeignet), aber ich lasse mir gern versichern, dass es solche in hinreichend dichter und stabiler Form gibt. Auch bei den Bohnen lass ich mir einreden, dass das keine klassischen, von Nagetieren bevorzugte Lebensmittel sind. Bleibt eine faustvoll Eigenschaften, die so gern als “…so war das nicht gedacht…” bezeichnet werden. Drive-In, verbuddelt, “Waffen”, Tschick.
Was muss ich mir jetzt also unter dem ursprünglichen Gedanken, der hinter dem Geocaching stecken soll, vorstellen, wenn ich diesen ersten Cache als Referenz hernehm?
Auf alle Fälle einmal: keine Nanos: damit kann ich mich identifizieren. Keine Waldspaziergänge: schaut schlecht aus, die hätt ich schon gern dabei. Platz mit Aussicht, interessante Location,…: näher als mit Google Earth war ich noch nicht an der Stelle des ersten Caches, aber idyllisch sieht’s dort nicht aus.
Um das Ganze zusammen zu fassen:
Die sinngemäße Formulierung “…entspricht (nicht) den ursprünglichen Ideen…” bedeutet nicht mehr oder weniger als “Das passt mir (nicht) in den Kram“, allerdings mit dem äußerst dürftigen Untermauerungsversuch, sich auf irgend welche, in Wirklichkeit gar nicht vorhandenen Grundgesetze zu berufen. Das geschieht beim Diskutieren über Geocachen genauso wie in der Religion oder dem Motorsport.
Wer allerdings gleich sagt “Das ist nicht mehr das Geocaching, das ich mir gewünscht habe“, der hat mit Sicherheit recht, das kann sowieso niemand sonst beurteilen. Man kann auch gern sagen “die Micro-Flut kotzt mich an” oder “deinen Cache find ich scheiße“. Nicht sehr nett, aber ehrlich.
Inkonsequenzen und ungerechtfertigte Verallgemeinerungen in meinen eigenen Aussagen können übrigens vorkommen, zwar nicht absichtlich, aber manchmal dreht sich halt der Wind. Aber das entspricht sowieso auch dem ursprünglichen Gedanken des Bloggings
Tag und Nacht
Vollmond
So sehe ich das auch. Hier in Wuppertal haben wir jetzt einen Psychopaten (***), der richtig beleidigend wird, wenn man sagt dass seine komischen Caches nicht mehr das sind, was vor 3 Jahren war.
Diese Person würde ich übrigens unter allen Umständen meide. Wen er/sie/es im Real Life genauso ist wie in seinen/ihren E-Mails, schwebt man in Lebensgefahr.
Edit (Philipp): war so frei und hab den Namen unkenntlich gemacht. Bitte um Verständnis.
Ich denke mir, jeder für sich versteht unter DEM Cache (im Hinblick auf den “Ursprünglichen Gedanken”) etwas anderes.
Der eine mag keine Micros (Nanos gehen nun wirklich nicht) und der zweite mag keine Multis oder Mysteries.
Und seit dem ersten Stash hat sich ja auch einiges geändert (zum Glück).
@DevilsEnd
Das sich jeder vom Geocachen etwas anderes erwartet ist ja eh klar. Wir sind eben nicht alle gleich.
Der Punkt ist aber, dass einige *ihre* Vorstellung davon mit irgendwelchen historischen Mumbo-Jumbo untermauern wollen. Als ob die Aussage “mir gefällt’s nicht” nicht genug wäre, muss gleich mit “das war so nie geplant” argumentiert werden.
Ich habe übrigens nix gegen Drive-Ins, und auch nichts grundsätzliches gegen Mikros