von Philipp (2009)

Mitte November isses, fast ein bisschen spät, um noch mit einem Highlight des Vormonats anzutanzen. Aber bitte, im September gab’s gar keinen CdM, da war ja auch praktisch nix. “Der alte Tunnel” am Flüelapass vielleicht, aber den haben Frustus und ich streng genommen nicht gscheid gehoben. Schon ohne irgendwelche Schummlereien, aber eigentlich hätten wir einen Drive-In draus machen sollen. Egal, nächstes Jahr.

Im Oktober aber war da “Golden Eye“. Wer den passenden 007-Film gesehen hat und die Startkoordinaten auf einer Karte betrachtet, kann sich vielleicht vorstellen, wohin es gehen könnte. Zu einer Station der sogenannten “Goldhaube”, dem militärischen Luftraumüberwachungssystem Österreichs. Neben dem salzburger Kolomannsberg und dem niederösterreichischen Steinmandl in den Leiser Bergen befindet sich hier an der kärntnerisch/steirischen Grenze eine von drei Radarstationen, deren kugelförmiger Dom von weitem erkennbar ist.

Den passenden Cache gibt es schon seit Jahren, und in jedem einzelnen dieser Jahre war er auch schon auf der Planungsliste. Mal war es zu kalt, im Hochsommer zu warm, wir zu faul, oder was auch immer. Ein sonniges Herbstwochenende bietet sich für die zehn Kilometer Luftlinie (je Richtung) aber geradezu an. Nachdem wir einen kleinen Tipp von Herrn Rabat bekommen hatten, der von einer Oneway-Wanderung “Startpunkt-Speikkogel-Weinebene” (mit einem zweiten Auto) abriet. Also parken wir – Lalex, Frustus und ich – am empfohlenen Platz und beginnen gleich mit der Suche nach dem ersten Mikro, der die Koordinaten zur nächsten Station angibt.

Golden Eye

Golden Eye

Zuerst geht es – ständig bergauf – durch bewaldete Gegend, durchsetzt von verspätetem Morgennebel. Gespenstisch. Trotzdem ist die Sicht gut genug, um zwei Herrenpilze zu finden, ganz knapp vor einer Pilz-Sammel-Verbotstafel irgendeines gräflichen Besitzes. Wenn’s um Sturmschäden geht, dann halten die Herrschaften ganz flott die Handflächen nach oben, aber wehe du kommst einem Schwammerl zu nahe…

Auf einer Lichtung dann eine kleine Kapelle, mit einer Tafel und zum Nebel passender Geschichte: Frauen sind hier erschlagen worden, oder einfach verschwunden, regelmäßig seit Jahrhunderten. Lalex beschließt, zwischen uns Mannsbildern zu bleiben.

Kaum überqueren wir die Waldgrenze, verschwindet auch der Nebel. Kein Wunder bei dem Wind. Auch die zweite Dose ziert sich nicht lange, und weiter geht’s in Richtung Gipfel. Der Weg wird flacher, die Aussicht spektakulärer, und nur manchmal ziehen Wolken vorbei. Und dann taucht am Horizont die weiße Kugel auf, das nächste Ziel.

Um den eigentlichen Speikkogel geht’s herum, und dicht unterhalb des Radars finden wir schnell einen anderen Cache, den “Speik”. Nachdem wir auch die dritte Golden Eye-Dose gefunden haben, die uns die Finalkoordinaten verrät, machen wir gscheid Mittagspause. Es wird recht schnell frisch, ohne Bewegung, und so machen wir uns auf den Weg zum Cache, der in Richtung Parkplatz liegt. Wir wählen einen etwas anderen Weg als den auf dem wir gekommen sind, und erreichen recht gemütlich den Final, eine ordentliche Mun-Kiste.

Wir haben uns verschätzt. Die Zeit wird knapp, am Cache geht die Sonne unter und uns fehlen über fünf Kilometer Luftlinie. Aber wozu predige ich immer das Mitnehmen allerlei technischen Firlefanz? Stirnlampen zum Beispiel? Alle haben eine dabei, selbst Lalex, die sich sonst standhaft gegen “überflüssigen” Ballast wehrt! Nur… ich nicht. Kein Lampe im Rucksack :-( Das gibt Spöttereien am Heimweg. Und spätestens im Wald wird’s finster, da kann auch der Vollmond nichts ausrichten.

Im Schneckentempo und einigen kleineren Umwegen auf Forststraßen (um den finsteren Wald zu umgehen, weil der Luschi seine Lampe vergessen hat) kommen wir müde und erschlagen beim Auto an.

Jetzt fehlt nur noch ein Cordon Bleu und ein Bier, Cacher-Menü Nummer 1. Was purzelt mir da beim Kramen nach der Geldtasche aus dem Rucksack entgegen? Meine Stirnlampe…

Geocaches zum Artikel (3)

Golden Eye (GCG5J2) (D1/T4)
Speik (GCYPWT) (D2/T4)
   
Flagge chSeptember 
Der alte Tunnel - Hlw 61 (GC1FY21) (D2/T1,5)


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