von Philipp (2010)

Raubritter!

Am Vormittag treffen Lalex und ich Frustus am Park-and-Ride-Parkplatz in Graz/Nord, von wo aus wir gemeinsam in Richtung Obersteiermark, zum Cache „Raubritterschatz (robber-knight treasure)“ fahren.
Am vorgeschlagenen Parkplatz, der gleichzeitig die erste Stage ist, suche und finde ich die Dose mit den Hinweisen, während sich der Rest der Bande mit Schuhanziehen beschäftigt. Natürlich bekomme ich, nachdem ich die Dose wieder versteckt habe, einen Rüffel, warum ich noch nicht mit dem Anziehen fertig bin…

Dann geht es den Forstweg entlang los. Nachdem wir ein Gatter passieren, pfeift’s plötzlich penetrant hinter uns. Eine misslungene Stage für einen nicht gepublishten Nachtcache? Nein, eine akustische Sperre für Tiere. Welche Tiere? Meterhoher Zaun… 😮 Egal, wird schon nichts sein, und tatsächlich begegnen wir nichts größerem als ein paar Vögeln.
Schon bald sehen wir das Zwischenziel, eine natürlich verfallene Ruine, die aber zum Teil noch gut erhalten ist, und einen gewaltigen Eindruck macht. Der GPS-Pfeil deutet in Gelände, das schon ein gewisses Maß an Konzentration erfordert. Und das geeignet ist, sich mit möglicherweise vorhandener Anfälligkeit für Akrophobie zu beschäftigen. Als aber Frustus, der bekennender Höhenzappler ist, als Erster vorgeht, entschließe ich mich, die Sache locker zu sehen und mit zu kommen. Der Blick von „drüben“ zeigt dann eh ein deutlich harmloseres Bild von der Situation. Jedenfalls stöbern wir ein bisschen herum und finden auch den Hinweis auf die letzte Station.

Inzwischen haben sich die Wolken verzogen und wir setzen uns neben der Ruine in die Wiese um die Sonnenstrahlen zu genießen.
Weiter geht es, den Hang entlang durch den Wald, zu einer mit Marienbildnis geschmückten Höhle (gut, die „Höhle“ ist eher ein besserer Überhang). Durch eine bewaldete Rinne geht es im Zick-Zack bergauf, und schließlich landen wir vor einer deutlich verfalleneren und versteckten Ruine. Durch dichtes, unübersichtliches Gehölz schlängeln wir uns näher ans Ziel, und kurz davor wird der Weg wieder leichter gangbar.

Die Dose ist flott entdeckt, sie enthält, der Location entsprechend, kleine und große Schätze (ob der Gösserbier-Kronkorken tatsächlich als Schatz bezeichnet werden kann, darüber gehen die Ansichten auseinander). Wir pflanzen deshalb ein Familienerbstück aus einer Zeit, als man noch sprach wie

„den man mus nicht die buchstaben inn der lateinische sprachen frage / wie man sol Deutsch rede / wie diese esel thun / sondern / man mus die mutter jhm hause / die kinder auff der gassen / den gemeinen ma auff dem marckt drumb fragen / vn den selbige auff das maul sehen / wie sie reden / vnd darnach dolmetzschen / so verstehen sie es den / vn mercken / das man Deutsch mit jn redet.“

als Tauschgegenstand in den Behälter (nein, mit Luther bin ich nicht verwandt).
Nahe am Versteck packen wir unsere Jause aus, und nach einigen Minuten bekommen wir Besuch von einer Meise, die sich sehr für den Inhalt unserer Rucksäcke interessiert. Insbesonders die Rosinen haben es ihr angetan, und sie versucht ein paar Mal, sich die Angebotene von meiner Handfläche zu picken. Der kleine Feigling dreht aber jedes mal wenige Zentimeter vor dem Erfolg ab, und schließlich gebe ich meinen Fütterungsversuch auf.

Vom Rastplatz aus genießen wir noch ein paar Minuten den tollen Blick ins Liesing-Tal und die Seckauer Tauern, dann verrollen wir uns wieder in Tal in Richtung Auto.
Für den Cache haben wir in Summe, ohne Anreise, gute drei Stunden inklusiv der Pausen gebraucht, man könnte allerdings ein zweites Auto bei Mauthern oder beim „Bauern im Stein“ parken, um anstelle des Hinwegs den Rittersteig zu nehmen. Im Winter oder bei Nässe ist das Angehen vermutlich keine gute Idee.

Wer vergleichbare Caches mag – so wie ich – sollte sich auch „hungry? – austria’s first cryptocache“ ansehen: hier ist zwar vorher ein Text zu entschlüsseln (auch später vor Ort), die Locations sind aber durchaus vergleichbar schön. Die Wegstrecke bei „hungry?“ ist vielleicht etwas länger.

PS: Fotos folgen…

Geocaches zum Artikel (2)

Raubritterschatz (robber-knight treasure) (GC13FAD) (D2,5/T3,5)
hungry? - austria's first cryptocache (GCH9BA) (D3,5/T3,5)


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