von Philipp (2010)

Preskriptum: alles unten geschriebene gilt nicht nur für die Oregons, sondern auch für Dakotas und vermutlich auch Colorados. Bei den jeweils kleinsten der Serien bin ich mir aber nicht sicher (Or200, Da10).

Energieversorgung

Das GPS III war, was die Spannungversorgung angeht, nicht wählerisch; alles zwischen 10 und 32V (oder 40V?) war OK, allerdings war ein spezieller Stecker notwendig. Das eTrex (Vista HCx) wollte dann per USB versorgt werden, also war ein 12V-5V-Konverter erforderlich, der für ein paar Euro zu haben ist.

Das Oregon nimmt es allerdings, wie auch die Nüvis, etwas genauer. Es benötigt mehr als die 100mA, die USB-Anschlüsse am PC normalerweise liefern [1]. Wenn es also irgendwo per USB angesteckt wird, schaltet es standardmäßig in den Massenspeichermodus, in dem die GPS-Engine nicht aktiv ist. Um das Gerät aber an einer externen Spannungsquelle betreiben zu können, braucht es ein spezielles Kabel, oder einen Trick.

Der Trick

Zuerst der Trick: im Spanner-Modus kann das Gerät auch am PC aktiv betrieben werden (zum Beispiel als GPS-Daten-Lieferant für Navigationssoftware). Dazu muss im „Einstellungsmenü“ > „System“ > „Schnittstelle“ auf „Spanner“ umgestellt werden. Dann fragt das Gerät jedes mal, wenn ein USB-Kabel erkannt wird, ob der Massenspeichermodus aktiviert werden soll (was am Moped ja eh keinen Sinn macht), oder ob es per externer Versorgung arbeiten soll. Eine Notlösung, vor allem unangenehm, wenn im letzten aktiven Profil der Spanner-Modus nicht aktiv war.

Das Kabel

Mini-USB-Verbindungen haben fünf Leitungen anstelle der vier bei normalem USB. Zwei für die Daten, je eine für Masse und +5V, und eine ID-Leitung. Bei den meisten Kabeln ist die ID-Leitung unbenutzt, der entsprechende Pin im Stecker hängt in der Luft. Bei einigen Ladegeräten ist die ID-Leitung auf Masse gelegt. Dadurch erkennt der Verbraucher, dass er mehr als 100mA beziehen kann (am PC kann das auch softwaremäßig geregelt sein, Ladegeräte sind aber zu dumm dafür). Das originale Garmin-KFZ-Set für’s Oregon beinhaltet zum Beispiel so einen Adapter, der allerdings nicht ganz billig ist. Deshalb bietet sich eine Alternative an. Bestehende Kabel haben üblicherweise den ID-Pin gar nicht kontaktiert, aber es gibt Ausnahmen: die KFZ-Ladegeräte für HTC-PDAs arbeiten nach dem selben Prinzip, und die bekommt man günstig in der Bucht. Vermutlich funktionieren die KFz-Ladegeräte für andere Mini-USB-Telefone auch – für Erfahrungswerte wäre ich dankbar.

Sollte das Kabel des HTC-Adapters lange genug sein, kann der Adapter selbst hinter der Motorrad-Verkleidung verbaut werden, ansonsten muss ein bisschen gelötet werden. Als Spannungsquelle bietet sich zum Beispiel die Instrumentenbeleuchtung des Cockpits an. Damit ist sichergestellt, dass die Motorradbatterie nicht unabsichtlich entladen wird, außerdem muss man sich keine Sorgen um die Absicherung machen. Zusätzlich werden beim Nichtgebrauch kleine, durch Feuchtigkeit ermöglichte, „vagabundierende“ Ströme verhindert, die zu unangenehmer Korrosion an den Kontakten führen (erkennbar an grüner Patina).

Beim Tiger ist etwa das Kabel für die Beleuchtung der Uhr recht einfach anzuzapfen, nur ein Verkleidungsteil muss abgenommen werden.

Beim Abschalten der Stromversorgung (also der Mopedbeleuchtung oder Zündung), erscheint am Oregon die Frage, ob mit den eingebauten Batterien weiter gearbeitet werden soll. Wird die Frage innerhalb einer gewissen Zeit nicht mit Ja beantwortet, schaltet es sich ab. Beim eTrex war dieses Verhalten noch konfigurierbar, aber wer weiß, was zukünftige Software-Updates noch bringen…

[1] … kurz beim Kabellöten gemessen: mein Oregon 550 mit abgeschaltetem Kompass benötigt beim Booten 150mA, ohne Licht 120mA und bei voller Beleuchtung 225mA.  Wenn Satelliten gefunden sind, kann das abnehmen.

Ein Kommentar zu “Mopedstrom für’s Oregon”

  1. Eastpak1984 sagt:

    Firma dankt!

    Ein paar nützliche Infos, wenn das Oregon ins nächste 4 rädrige Cachemobil integriert wird.

    Nein, natürlich ohne Zigarettenanzünder… 😉