von Philipp (2010)

Schneeschuh-Monat

Man kann mit dem Winter Glatteis, leere Scheibenwaschanlagen, abgefrorene Nasen oder FlugverspĂ€tungen assoziieren, oder aber Dinge wie „Schneeschuhe“. In meiner Jugend waren das bessere Tennisrackets, was aber auch egal war, weil nur Inuits sowas verwendeten. Und auch vor zwei, drei Jahren hat sich das Angebot bei einschlĂ€gigen SporthĂ€ndlern auf je zwei Alu- und Kunststoffmodelle beschrĂ€nkt. Heute sind Kastner, Intersport und Co voll mit dem Zeug – seltsamerweise sind die Preise proportional zur Auswahl angestiegen…

Wie auch immer, auch wenn der „Teufelstein“ kein ausdrĂŒckliches Schneeschuh-Icon besitzt (hallo Valentin, hörst du mich?), sind die Schneeschuhwanderungen zur Wintersonnenwende hierher bekannt. Nachdem die RoutenvorschlĂ€ge entlang von Fortsstraßen und Wegen verlaufen, haben Alex und ich diesen Cache als Einstimmung in die Schneeschuhsaison gekĂŒrt. Da nicht ĂŒbertrieben viel Schnee liegt, sind wir bis zum Abmarsch ein bisschen im Zweifel, ob die Mitnahme des GerĂ€ts wirklich sinnvoll war. SpĂ€testens am Beginn des Waldwegs aber wird klar: ohne die Pracker an den Haxen geht da garnichts. Fast gar nichts geht aber auch bei der Streckenwahl: naturgemĂ€ss ist der Wanderweg unter der Schneedecke kaum zu erkennen, deshalb hangeln wir uns von Wegmarkierung zu Wegmarkierung; zumindest, bis wir an eine Fortsstraße kommen, deren Verlauf klar ist.

Das nicht viele Leute unterwegs sein wĂŒrden, war uns schon bewusst, aber fĂŒr den Großteil des Weges sind wir völlig allein, keine Spuren sind sichtbar. Erst gegen Ende, stoßen wir auf eine Loipe und einen ausgetretenen Weg. Und andere Schneeschuhgeher, die wir am Gipfel, dem Teufelstein einholen. Auch ein Paar mit Tourenschi ist unterwegs – der RĂŒckweg wird denen deutlich leichter vorkommen 🙂

Ein eiskalter Wind pfeift ĂŒber den Teufelstein, wĂ€hrend wir uns stĂ€rken. Danach beginnen wir mit der Suche nach dem Cache, und mit etwas GlĂŒck findet Alex ihn auch in seinem zugeschneiten Versteck.

FĂŒr den Heimweg wĂ€hlen wir eine andere Route zurĂŒck zur Schanz, nĂ€mlich entlang des „Grats“, wo wir die Sonne genießen können. Bergab zeigt sich dann ein weiterer Vorteil der Schneeschuhe: es geht tatsĂ€chlich schneller voran, weil man nicht auf jeden Buckel am Weg RĂŒcksicht nehmen muss. Das letzte StĂŒck der Wanderung fĂŒhrt uns dann am Rand einer einsamen Piste zurĂŒck zum Parkplatz.

Nummer zwo: Koralm, schon wieder.

Der Teufelstein war aber nur der Anfang: auf der Koralm liegt seit einigen Wochen ein bisher ungefundener Cache, der sehr nach hoher Schneeschuhtauglichkeit aussieht. Auch die SMS, das am Vorabend ankommt mit der Information, dass Gert den Cache gefunden hat, trĂŒbt die Motivation keinesfalls. Wir fahren also frĂŒh (fĂŒr unsere Begriffe zumindest) morgens in Richtung Hebalm, wo wir unser Auto an der RehbockhĂŒtte parken und los stapfen.

Die ersten Kilometer geht es noch entlang von Piste und Loipe, ab der StoffhĂŒtte verlassen wir den ausgebauten Teil und folgen (Gert’s?) Spuren durch den Wald. Das Wetter ist fast ideal, die Sonne scheint, und wir haben natĂŒrlich zu viel Gewand eingepackt. Noch. Manchmal kreuzen wir eine Schi-Spur, doch nirgendwo treffen wir auf andere Wanderer. Zwischendurch missbrauchen wir Gert’s Spuren zur Orientierung (die eine Stelle am Bach, da war kein Weg erkennbar; danke, Gert), aber im Grunde geht es schön zĂŒgig voran.

Einen Kilometer vor dem Ziel kommen wir an einer verfallenen Senner-HĂŒtte vorbei, und ĂŒberall stoßen wir auf Spuren, die fĂŒr einen Hund zu groß sind, und sicher nichts mit Hufen zu tun haben. Woher mag der Name „BĂ€rofen“ wohl kommen? Ich halt einfach meine Klappe, und hoff‘, dass Alex die Spuren ĂŒbersieht…

Die letzten Meter werden dann wieder knackiger: bis zuletzt hat sich der BĂ€rofen irgendwie versteckt, aber plötzlich geht’s steil bergauf. Hier kommen uns auch zwei Wanderer entgegen, die sich im tiefen Schnee ziemlich abplagen.

Neben dem Gipfelkreuz steht unerwarteter Weise ein großer Tisch, an dem wir jausnen. Von KĂ€rnten her (wo wir streng genommen schon sind), ziehen dunkle Wolken auf, und der Wind wird kĂ€lter. Deshalb sehen wir zu, dass wir wieder nachhause kommen (nicht ohne den Cache zu finden; nochmals Danke, Gert, fĂŒr deine Spuren 🙂 ).

Die Wolken sehen schlimmer aus, als sie sind, und so stapfen wir gemĂŒtlich zurĂŒck in Richtung Parkplatz, ohne BĂ€rensichtung. Wird wohl ein Hund gewesen sein…

Geocaches zum Artikel (2)

Teufelstein (GCDD83) (D2/T2)
Baerofen (GC2JDKJ) (D1,5/T3,5)


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