von Philipp (2011)

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Samstag

Die 70er-Jahre mögen ja durchaus ihren Flair gehabt haben. Als Dabeigewesener kann ich zwar den (gottseidank überstandenen) Hype, den Wickie, Slime und wie-heißt-dieses-grausliche-von-unten-aus-dem-Becher-quetsch-Eis in den letzten zehn, fünfzehn Jahren ausgelöst haben, nicht ganz nachvollziehen (wohl, ABBA ist super!), aber das Küchendesign von “damals” ist irgendwie witzig. “Irgendwie witzig” im Sinne von “haha”, und nicht “interessant”. Und bevor irgendein Innenausstattungsguru 35 Jahre alte Resopalplatten als die Wiederkunft göttlicher Arbeitsplatzgestaltung auferstehen lässt (und weil die Zwischenwand zum Esszimmer fallen soll), greifen wir zum Ärgsten: dem von Heinz zur Verfügung gestellten “Terminator”. Den legen wir dann gleich wieder weg, weil die gefühlten 40kg Lebendgewicht des Abbruchhammers adäquat bedient werden wollen. Arnold S. ist leider nicht greifbar, und sonst ist keiner von uns in der Lage, das Teil mehr als nur hoch zu heben. Ich meine, an der Unterseite des “Geräts” ein Gewinde für die Montage auf einer Lafette zu erkennen, und auch sonst erinnert der blaue Riese eher an ein laufloses üsMG, als an Werkzeug. Netterweise überlässt uns Heinz auch die Miniaturausgabe des “Terminators”, im Vergleich zu einer Schlagbohrmaschine immer noch ein ordentlicher Koloss.

Erst aber wollen die 70er entfernt sein. Da gibt’s keine Standard-Elemente, die nur über die gemeinsame Arbeitsplatte verbunden sind, und vielleicht noch die eine oder andere Schlossschraube. Nein, die beiden Zeilen bestehen aus je einem Block, der sich hartnäckig gegen die Trennung wehrt. Sogar die querliegende Arbeitsplatte (der untere Balken des Us, sozusagen), ist in Hinblick auf Kubakrise (ja, die war etwas früher…) und Raumverteidigungskonzept gegen den Warschauer Pakt angefertigt. Handelsüblichen Stichsägen treibt es dabei die Tränen in die Augen, aber Toni kennt keine Gnade, und nach einer Stunde Arbeit können wir den ersten halben Laufmeter aus dem Küchenblock entfernen. Ok, so arg ist es nicht, aber offensichtlich haben wir die Bauweise der Küche unterschätzt. Und das Lichtraumprofil des Kellerstiegenabgangs. Einmal dürfen wir mit dem eh schon halbierten Kasten, fast am Ziel, dreiviertel der Kellerstiege wieder zurück nach oben, um eine Tür auszuhängen, die sich mit dem Geländer streitet.

Während also Team Alpha die Küche, die mit Wickie, Slime und… groß geworden ist, massakriert, kümmert sich Team Bravo um die Entsorgung der Holzdecke im anliegenden Esszimmer. Es lässt sich zuerst kein passender Ansatzpunkt finden, um den Montageprozess rückwärts ablaufen zu lassen, und so beginnt Andi einfach, an einem Eck die Federn heraus zu stemmen. Überraschender Weise befindet sich oberhalb der Holzdecke eine sauber verputzte Betondecke, in der später nur noch die Bohrlöcher der Holzdeckenkonstruktion ausgebessert werden müssen.

Am Abend sieht die Szenerie zwar nicht nach einem Schlachtfeld aus (das kommt noch), aber deutlicher Fortschritt ist erkennbar.

Sonntag

Die zu entfernende Wand ist ja nicht nur ein Sichtschutz, sie birgt auch elektrische Verkabelungen und ein Abluftrohr, die entfernt werden wollen (“wollen”? so wie die sich beim Demontieren benommen haben? wohl kaum). Ich öffne also sämtliche Tapetendeckel und löse Schalter und Steckdosen, um herauszufinden, welche Leitung wie verläuft. Zum Glück sind die Deckenleuchten nicht von der Zwischenwand aus verkabelt, ein großangelegtes Stemmen über Kopf ist also nicht notwendig. Nach nicht allzulanger Dauer sind die elektrischen Verbindungen identifiziert, und soweit als möglich aus der Wand gezogen. Wir legen im Esszimmer alte Teppiche aus, um den Boden zu schonen, und beginnen, mit Terminator’s kleinem Bruder die Stirnseiten der Zwischenwand freizustemmen. Geht erstaunlich leicht, auch der Türstock lässt sich unbeschädigt entfernen (und einlagern. Wer weiß, ob wir nicht irgendwann mal dringend durch eine Wand müssen, da wird uns die alte Tür gute Dienste leisten).

Obwohl die Schutt-Mulde erst am Dienstag geliefert wird, sind wir so begeistert vom Abreißen, dass wir zu Mittag beschließen, gleich heute für klare Verhältnisse zu sorgen, und die Wand ins Baumaterial-Nirwana zu schicken. Die überschlagsmäßig geschätzten 1.5m³ Schutt würden sicher nicht anfallen, da die Ziegel nur aus dünnen Stegen bestehen.

So wechseln wir uns am Terminatorchen ab, jeder darf ein paar Brocken raushauen, mit dem Hammer wird gedroschen, und man sieht kaum drei Meter weit vor lauter Staub.

Leider müssen wir knapp vor dem Ziel abbrechen, denn der Schutt, der trotz geringerem Anfall einiges an Material ausmacht, blockiert mit der Zeit den Zugang zu den unteren 50cm der Wand. Also doch warten, bis die Mulde kommt.

Der Staub wird sich vermutlich nie wieder legen, und wenn, dann überall im ganzen Haus auf alles. Trotz semiprofessioneller Abdichtung der angrenzenden Räume liegt über allem in feiner, grauer Film.

Toni und ich steigen noch kurz auf’s Dach, bevor es finster wird, um zu prüfen, ob der zweite Kamin verwendbar ist (ist er momentan nicht), und weil ein Mann zumindest einmal am eigenen Dach stehen sollte. Dann quängeln die Damen, und es wird der Maroni-Ofen auf der Terrasse angeworfen. So gute (und so viele) Maroni hab ich wohl noch nie gegessen…

Ein Kommentar zu “Küche, du bist RAUS!!!”

  1. Siggi sagt:

    Das von-unten-aus-dem-Becher-quetsch-Eis ist das Calippo….
    http://de.wikipedia.org/wiki/Calippo
    man da werden Erinnerungen wach…
    ein Klassiker auch die Bedienungsanleitung ;-)
    “Unten auf die Tube drücken und das Eis von oben lecken – auf und nieder, immer wieder!”