von Philipp (2011)

Die Bauschuttmulde ist angekommen, und hat das Geröll, das einmal eine Wand war, brav geschluckt. Die Wand hat sich als tatsächlich nicht-tragend herausgestellt, und die Kabel, die bisher in ihr verborgen waren, haben sich in ihre neu verlegten Installationsschläuche verfügt und harren der Dinge die da kommen mögen.

Inzwischen ist auch die Wasserversorgung erweitert worden. Die Hauptanschlüsse sind ein Stück gewandert, und je ein Frisch- und Abwasseranschluss für den Geschirrspüler sind dazu gekommen. Es wäre wohl auch klassisch, mit Anzapfungen unter dem Waschbecken gegangen, aber wenn schon Toni’s Rohrbearbeitungsequippment ausgepackt wird, dann wohl nicht nur für einmal schneiden…

Nachdem der zukünftige Geschirrspüler auch elektrisch versorgt werden will, braucht’s eine passende Steckdose in dessen näherem Umfeld. Also wird der Dosensetzer ausgepackt und, seiner Bestimmung und Namensgebung gemäss, eine Dose gesetzt. Und dann wird’s finster. Dicht unter dem Putz verläuft nämlich die Stromversorgung des Kellers, fein säuberlich in fünf parallelen Schläuchen. Der Durchmesser des Dosensetzers ist groß genug für drei davon…

Soll mal eine Küche werden...

Soll mal eine Küche werden...

Als Workaround für die Elektromisere werden die verteilerseitigen Kabel durch längere Leitungen ersetzt (der Verteiler steckt praktisch genau gegenüber in der selben Wand), und eine größere Anschlussbox in der Küche unterputz eingebaut, in der die Verbindungen wieder aufgebaut werden. So hat auch der Ölbrenner wieder Strom, und ganz nebenbei fällt für den Geschirrspüler eine Steckdose ab – und weil die Wand eh schon “offen” ist, bekommt auch das Vorzimmer eine Steckdose.

Mittlerweile hat das zweite Team begonnen, Tapeten zu entfernen. Ist zuerst nur das Vorzimmer Schauplatz der Futzlerei, dehnt sich das Einzugsgebiet der Spachtelkratzer und Wassersprüher bald auf das halbe Haus aus. Sobald die Tapetenkolonne im Schlafzimmer angekommen ist, steigt die Notwendigkeit, hier die “schöne” Wand- und Deckenverkleidung zu entfernen. Die ist für die Ewigkeit gedacht; nicht nur geschraubt, sondern auch genagelt und verklebt… Dafür sind die Bretter selbst nur Pressspan-Platten mit Beschichtung; die Hoffnung, dass ich mir durch die Demontage ein ordentliches Lager an Bau- und Bastelholz anlegen kann, zerschlagen sich (dabei kann man Holz immer irgendwo brauchen).

Was waren die 70er hübsch :-)

Was waren die 70er hübsch :-)

Weil neben den knallhart destruktiven Abbruch- und Demontagearbeiten auch das Auge bedient sein will, werden vorausschauend für den Frühling die ersten Tulpenzwiebeln vergraben. Muss auch sein :-)

Blumensetzer

Blumensetzer

Ein Kommentar zu “Wasser, Tapeten und Tulpen”

  1. mona sagt:

    Liebe Hausbesitzer!
    “Ich bin begeisterst” Das mein Schwiegersohn viele Talente hat weiß ich ja, aber das er so gut schreiben kann hab ich nicht gewußt, da ist ja ein Schriftsteller verloren gegangen. Ich bin richtig stolz auf meinen Schwiegersohn. Nur so weiter ich werde deine Berichte weiterhin mit großem Intersse verfolgen.
    Mona