von Philipp (2011)

Dieter schwĂ€rmt von einer Schleife, die eine Nebenstraße am Col de Turini ausfĂŒhrt. Deshalb fahren wir zum zweiten Mal (diesmal aus der Gegenrichtung) auf den Pass, der Austragungsort diverser Rallye Monte Carlo-Abschnitte ist, wo wir zuerst einmal eine Kaffeepause einlegen. WĂ€hrenddessen treten zwei Deutsche auf blitzblank polierten KTM Adventures auf. Wir kommen ins GesprĂ€ch und lernen, das die zwei Herrschaften in der Gegend als Guide ihre Urlaube finanzieren. Auch eine nette Idee. Es wird fachgesimpelt und gescherzt.

Dann geht es zum Schleifenfahren. Der erste Teil der Strecke fĂŒhrt zu einem Parkplatz, dann teilt sich die Straße in einen weg- und einen zurĂŒckfĂŒhrenden Zweig. Die Schleife fĂŒhrt an unzĂ€hligen Kasernen, Stellungen und Bunkern vorbei, und auf einem Steinsockel wartet ein ausgeschlachteter US-Panzer auf Besucher.

Panzer am Turini

Panzer am Turini

WĂ€hrend Dieter ein Auge auf die Mopeds hat, durchstöbern Peter, Martin und ich auf der Suche nach einem Cache eine Festungsruine. Der ursprĂŒngliche Zweck des Bauwerks bleibt uns ein bisschen verborgen, da wir nirgends GeschĂŒtzstellungen ausmachen können, wir trauen uns allerdings nicht in jeden Winkel, und werfen nur einen Blick auf das Dach.

Martin hat unterwegs Baguettes besorgt, die wir mit Dieter’s KĂ€se im Schatten verputzen. Einfaches Essen kann ja sooo gut sein.

Wir lassen den Turini hinter uns und wenden uns nach SĂŒden Richtung KĂŒste. Monte Carlo will erobert werden. Zuvor brauchen einige von uns jedoch Treibstoff, der bei der französischen Tankstellendichte so leicht nicht zu finden ist. Es geht sich ĂŒbrigens rechtzeitig aus…

Über La Turbie gelangen wir ins FĂŒrstentum – und sind sofort enttĂ€uscht. Wo sich so viel Geld hĂ€uft, können doch die GebĂ€ude nicht so billig wirken. Zwischen den Ă€lteren, mit SĂ€ulen verzierten PalĂ€sten drĂ€ngen sich die Plattenbauten. Der Verkehr ist natĂŒrlich enorm, ich schalt wieder in den bewĂ€hrten Nachfahr- und Kollisionsvermeidungsmodus und finde mich plötzlich in einer ParklĂŒcke in HafennĂ€he. Weil „man“ ja auch ein Statistikfreund in Sachen Geocaching ist, ist das Heben einer Dose, um „ein neues Land zu erobern“ fast Pflicht. Und ich gebe zu, fĂŒr diesen Zweck ist mir jede Drecksdose recht. Dieter warnt uns vor, dass die CachequalitĂ€t des typischen MC-Caches bescheiden ist, und wie schon bei seiner EinschĂ€tzung des Turini, behĂ€lt er auch hier recht: eine lieblos an ein Verkehrszeichen geknallte, magnetische Filmdose. Punkt ist Punkt, Land ist Land.

Skyline von Monaco

Skyline von Monaco

Ganz in der NĂ€he, mit Sicht auf die Mopeds, kehren wir in ein Lokal an der „Promenade“ ein, wo die Eispreise gesalzen, der Espresso aber moderat ist. Einig sind wir uns darĂŒber, dass keiner von uns noch irgendetwas hier zu erledigen hĂ€tte, und so beschließen wir, den Kleinstaat wieder zu verlassen. Am Heimweg verschlĂ€gt es uns noch kurz durch den berĂŒhmten Tunnel, der beim Grand Prix durchfahren wird (in der Gegenrichtung allerdings, glaub ich. Was weiß ich, Formel 1 geht mir ziemlich am A… vorbei). Noch lĂ€nger begleiten uns der Verkehr im Allgemeinen, und die bösen Rollerfahrer im Speziellen. DafĂŒr endet der Spuk, wie er begonnen hat: Nur wenige Kilometer vom Hafen ist wieder Ruhe und Natur, und die Serpentinenstraßen beginnen wieder, sich ĂŒber die bewaldeten HĂ€nge zu winden.

Im stĂ€ndigen Auf-und-Ab nĂ€hern wir uns Breil-sur-Roya, diesmal von SĂŒden her, und entdecken, dass wir von dieser Ortschaft viel zu wenig gesehen haben. Restaurants auf Terrassen im ersten Stock, einem aufgestautem Fluss,…

Ein letztes Mal genießen wir das AbendmenĂŒ in „unserer“ Villa, und versuchen unser Zeug wieder einigermaßen transportfĂ€hig zu verpacken, und gehen ein letztes Mal in Frankreich schlafen – fĂŒr dieses Mal.

Geocaches zum Artikel (1)

Grand Prix de MONACO - Virage de la Piscine (GC1XT11) (D1,5/T2)


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