Hochland

Island Island

von Philipp (2008)

28.6. W√ľste: jetzt aber echt!

Einige Kilometer weit folgen wir dem Asphalt zur√ľck und entlang der Ringstra√üe, die wir weit im Landesinneren den Asphalt verlassen und uns in die W√ľste Richtung Askia begeben. Zu Beginn treffen wir noch auf andere Abenteurer, aber nach einer Kaffeepause in Moedrudalur wird es einsam. Die Landschaft gibt den Weg vor, man bekommt den Eindruck, dass die „Stra√üe“ ohne Ziel zwischen Ger√∂ll, Bergen und Fl√ľssen entlang f√ľhrt.

Nix. Garnix. Nur W√ľste...

Nix. Garnix. Nur W√ľste...

√úber Stunden begegnen wir nur einem einzigen Auto, und f√ľr zehn Kilometer Luftlinie f√§hrt man gute 30. Trotz aller Einsamkeit sto√üen wir immer wieder auf einzelne Wegweiser, und am Nachmittag treffen wir in Dreki ein. Es beginnt leicht zu schneien, aber trotzdem fahren wir noch ein St√ľck weiter in Richtung Westen, bis die Stra√üe endet. Zu Fu√ü wandern wir auf den Kratersee Oeskjuvatn zu, und pl√∂tzlich beginnt wieder die Sonne zu scheinen. Im Gep√§ck haben wir (sicherheitshalber) unser Badezeug, weil es am Rande des Sees einen zweiten, kleinen Krater (den Viti) mit warmen Wasser gibt. Als wir dort ankommen sind die Kraterw√§nde v√∂llig aufgeweicht und schlammig, so dass wir auf den Abstieg verzichten. Runter w√§re ja kein Problem, aber rauf…?

Zwei Kraterseen - Oeskjuvatn und Viti (vorne)

Zwei Kraterseen - Oeskjuvatn und Viti (vorne)

Zur√ľck in Dreki beschlie√üen wir, ein St√ľck nach Norden nach Herdubreidarlindir¬† zu fahren, um dort zu √ľbernachten. Der Wind ist dort so stark, dass wir auf’s Zeltaufstellen verzichten und uns in der Schutzh√ľtte einquartieren.
Am Abend bekommen wir Besuch von drei Isl√§ndern, die dort ihr „Bad Smelling Toe“-Wochenende verbringen wollen. Gemeinsam genie√üen wir Marshmallows vom Gasherd und Stroh-Rum.

29.6. Wal, da bläst er!

Auch in der Fr√ľh ist der Herdubreid v√∂llig in Wolken geh√ľllt, so dass wir keine Gelegenheit haben, den Nationalberg der Isl√§nder zu bewundern. Wir fahren wieder zur√ľck Richtung Norden, bis wir auf die Ringstra√üe sto√üen.
Am Nachmittag gelangen wir zum Myvatn, den „M√ľckensee“, den wir umrunden.

Am Ufer des Myvatn

Am Ufer des Myvatn

In seiner N√§he besuchen wir das Vogafjos Cafe, das eine witzige Besonderheit bietet: es ist in einem Bauernhof untergebracht, im Stallgeb√§ude. Zwischen der Gaststube und dem Stall befindet sich eine Glasscheibe, durch die man die K√ľhe beobachten kann, w√§hrend man Kaffee schl√ľrft.
Das Ziel diesen Tages ist Husavik, eine Hafenstadt im Norden. Wir hoffen, dort an einer Whale-Watching-Tour teilnehmen zu k√∂nnen, das Wetter sieht allerdings nicht sehr besonders aus. Trotzdem bekommen wir einen Platz, und dazu warme, orange Overalls. Stundenlang kreuzen wir in der Bucht auf der Suche nach einem „Blas“, der Atemfont√§ne eines Wals. Die l√§ngste Zeit beobachten wir hunderte von Papageientaucher bei ihren ungeschickten Lande- und Startversuchen, die Hoffnung auf eine Walsichtung schwindet. Pl√∂tzlich taucht ein riesiger Buckelwal auf, den wir fast eine Stunde lang begleiten. Gleichzeitig wird uns immer k√§lter, da kann auch heisser Kakao nicht mehr helfen. M√ľde und ersch√∂pft (und knapp vor’m speiben) gehen wir wieder an Land, kochen uns am Campingplatz noch schnell eine Suppe und gehen zu Bett.

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