Irland: Teil 1

Irland Irland
von Philipp (2012)

Ich darf aus diversen, überwiegend übereinstimmenden Wetter-Statistik-Quellen zitieren: Irland erlebt im Juni im Schnitt 12, im Juli 10 Regentage. Da geh ich naiv davon aus, dass es also zwei bis dreimal pro Woche regnet. Ganz OK, eigentlich, und zumindest die Häufigkeit passt: Im Juni also einmal von Montag bis Mittwoch, ein zweites Mal von Freitag bis Sonntag. Auge-mal-Pi kommen wir so auf drei regen-freie Tage in zwei Wochen, und das deckt sich mit unserer Erfahrung, wenn auch nicht mit der Statistik.

Egal. Wer nach Irland auf Urlaub fährt, der muss mit Regen rechnen. Normalerweise begegnet man diesem Umstand durch Nicht-Mitnahme eines Zelts, und mit Reservierung fester Unterkünfte. Wer aber schon Island, nur durch zwei dünne Stoffplanen von der rauen Fast-Polarkreis-Nacht getrennt, bereist hat, der kann vor “ein bisschen Regen” keine Angst haben. Zumal einschlägige Reiseberichte von “hie und da mal ein kurzer Schauer” sprechen. Aber lassen wir das. Wir waren halt mit dem Zelt in Irland, sind ja nicht aus Zucker…

Einen Reiseblog mehrere Monate nach der Reise zu schreiben, geht vielleicht am “-log”-Teil von “Blog” vorbei, aber besser spät, als nie. Und so wird es diesmal eher eine Zusammenfassung der Highlights als ein Walkthrough.

Statistik-Cachen

Unter Geocachern gibt es unterschiedlichste Auffassungen und Einstellungen zu Statistiken. Meistens geht es beim Pro-und-Contra auf “Absolute Fundzahlen” oder “Funde pro Tag”. Mein Tick ist da eher das Einsammeln von alten Säcken. Irgendwann hätt’ ich gern für jeden Monat seit Mai 2000 einen Cache gefunden, der in diesem Monat gelegt wurde. Ganz schön zäh, weil es für die Monate bis Mitte 2002 weltweit nur sehr wenige Dosen gibt (in Österreich hat’s erst Mitte 2002 angefangen)…

Wie auch immer, in Irland liegt also der älteste aktive Cache Europas, gelegt im Juni 2000. Ein echter alter Sack also. Glücklicherweise liegt er nur ein paar Kilometer südlich von Dublin, fast genau auf unserer geplanten Route. Wobei, bei der Größe der Insel, und einer geplanten Route rundherum, liegt fast kein Punkt irgendwo weiter als eine gute Stunde entfernt.

Wir parken unser Auto (das insgesamt dritte innerhalb von 24h übrigens) in Bray, an der Küste unterhalb des Bray Head. Hier beginnt ein Wanderweg der Küste entlang nach Süden bis ins 6km entfernte Greystone. Der Pfad, der von Joggern und Spaziergängern frequentiert wird, führt 100-200m hoch über dem Meer, oberhalb einer Bahntrasse durch Buschwerk, mit herrlicher Aussicht über die irische See. Dieser Tag ist übrigens wettertechnisch einer der schönsten des ganzen Urlaubs: sonnig, knallblauer, wolkenloser Himmel,…

In der Nähe der Stelle, auf die das GPS zeigt, stoßen wir auf die Reste eines alten Tors und eine Ruine. Hier wurde offenbar früher Maut für das passieren kassiert, heute ist aber alles überwuchert. Der Cache selbst liegt ein Stück oberhalb des Weges unter einem Felsen, von wo aus die Aussicht fast noch schöner ist. So macht das Cachen wirklich Spass!

Beim ältesten Geocache Europas...schon länger nicht benutzt...Eisenbahnstrecke

Dem Wanderweg folgen wir noch ein Stück, und wir klettern auch “eine Ebene tiefer”, wo eine Regionalzuglinie der Küste entlang führt. Wir überqueren sie dort, wo sie in einem Tunnel verläuft, und finden einen weiteren Geocache in der Nähe eines aufgelassenen Teilstücks, wo es auch einen längst aufgegebenen, zweiten Tunnel gibt.

Industrieruine

Ardmore ist eine kleine Küstenstadt östlich von Cork. Dort gibt es natürlich ein Heiligengrab und einen Friedhof mit Rundturm, aber auch eine interessante Industrieruine: an der östlichen Steilküste der Halbinsel liegt ein auf Grund gelaufener Schwimmkran, so hoch wie die Steilküste. Möwen nisten auf dem Stahlkoloss, und Kajak-Gruppen besuchen ihn.

Gestrandeter SchwimmkranGemütlich lebt's sich hier nicht

Campen

Irische Campingplätze sind, wie auch amerikanische, eher für Campingbusse, als für Zelte optimiert, oder bestehen gleich aus stationär aufgestellten Riesen-Wohnwägen. So auch unsere Unterkunft bei Kinsale. Der Campingplatz, der terrassenförmig an einem Hang liegt, hat aber eine Besonderheit: an seinem oberen Ende befindet sich ein teilweise verfallenes Herrenhaus mit Nebengebäuden, in denen sich unter anderem Aufenthaltsräume und die Gemeinschaftsküche befinden.
Da die meisten Besuche ihre eigenen Wohnzimmer und Küchen haben, haben wir die Gemeinschaftsküche für uns. Und die befindet sich dort, wo auch schon vor Jahrhunderten gekocht wurde: in einem Raum mit riesigem offenen Kamin, den wir dank Regens gern benützen. Allerdings mithilfe unseres Mini-Gaskochers, der sich am Rand des Zweiquadratmeter-Kamins wohl etwas verloren vorkommt, aber trotzdem tapfer versucht Teewasser und Baked Beans zu erhitzen.

Am CampingplatzStandesgemäßes Frückstückskochen

 

Geocaches zum Artikel (1)

Europe's First (GC43) D1.0/T3.0


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